Ich hasse Abhängigkeit.
Nicht von Menschen. Sondern von Systemen die versuchen mich aufzufangen, zu integrieren, irgendwo reinzupassen – in einem Ort wo ich nicht glücklich werde.
Förderschule war so ein System. Hauptschule auch. Jobcenter auch. Alle mit demselben Versprechen: Mach das hier, dann läuft es. Für mich hat es nie gelaufen. Nicht weil ich zu dumm war – Realschule, zweitbester der Klasse, 1- in Mathe, das habe ich bewiesen. Sondern weil mein Gehirn anders verdrahtet ist.
ADHS bedeutet nicht faul
Mit 25 hatte ich endlich einen Namen dafür. Vorher dachte ich einfach, mit mir stimmt etwas nicht.
Ich habe kein prioritätengetriebenes Nervensystem. Ich habe ein energiegetriebenes. Wenn mich etwas interessiert – läuft alles. Wenn nicht – gar nichts. Kein Chef der Welt ändert das. Kein Disziplin-Kurs auch.
Was ich stattdessen tue
Ich baue etwas das zu mir passt. Keine festen Zeiten, kein System das mich integrieren will, keine Abhängigkeit von jemandem der entscheidet ob ich heute arbeiten darf oder nicht.
Wenn der Motor läuft, arbeite ich. Wenn nicht, läuft das System das ich gebaut habe für mich weiter.
Vielleicht scheitert das. Vielleicht nicht. Aber wenigstens scheitere ich dann auf meine Art – nicht in einem System das nie für mich gebaut wurde.
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